Arbeiterkontrolle

Die Frage der Autogestion

Henri Lefebvre, Selbstverwaltung und Partizipation

Aus dem umfangreichen Oeuvre Henri Lefebvres (1901-1991) werden vor allem seine Arbeiten zum Raum rezipiert. Seine Kritik an allen Formen von Herrschaft, die sich wie ein roter Faden durch seine Texte zieht, findet hingegen weniger Beachtung. Dabei hat der französische Philosoph den größten Teil seines politischen Lebens an zwei Fronten gekämpft: Kritik des kapitalistischen Gesellschaftssystems und Kritik des dogmatisch-orthodoxen Marxismus. weiterlesen »

Selbstorganisation

Geschichte und Ziele der »comitati di base« (cobas) in Italien

Cobas ist eine Abkürzung für »comitati di base« – Basiskomitees. Zur Entstehungsgeschichte der Cobas gehören u.a. der spontane Aufstand der Fabrikarbeiter in den sechziger Jahren und die Aufstände der Dienstleistungsbeschäftigten, Zeitarbeiter und Arbeitslosen in den siebziger und achtziger Jahre ebenso wie der massenhafte Protest der Basis gegen die neokorporativen offiziellen Gewerkschaften in den frühen neunziger Jahren, der in die Gründung der ersten Cobas mündete. weiterlesen »

Der betriebliche Aufbruch im Herbst 1989

Die unbekannte Seite der DDR-Revolution

 "Wer die Jahrzehnte währende politische Stabilität der DDR- Gesell- schaft ebenso vor Augen hat wie die Bilder der prägenden Gestalten der kirchlichen Friedens- bewegung in den 1980er Jahren, wer schließlich an die Menschen auf den Tribünen, Podien oder an den Runden Tischen in der Zeit des Umbruchs von 1989 und 1990 denkt, die stark von Künstler/innen und Pfarrer/innen geprägt wurden, fragt vielleicht, weshalb es lohnt, sich überhaupt mit den Betrieben und ihren Belegschaften in der DDR zu weiterlesen »

Jetzt amtlich

Zanon gehört den Arbeitern

Die Kachelfabrik Zanon in Neuquén (Argentinien) stellt in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahme dar. Hier haben sich die ArbeiterInnen eine Fabrik mit hochmoderner Technologie angeeignet, und sie hatten besonders gute politische Voraussetzungen. Sie hatten den Kampf schon lange vor der drohenden Schließung aufgenommen, gegen die im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen Arbeitsbedingungen (im Schnitt 300 Arbeitsunfälle pro Jahr, davon die Hälfte schwer und einer tödlich). Die ArbeiterInnen fingen an, sich gegen das despotische Fabrikregime klandestin zu organisieren. weiterlesen »

Strike back - Bike forward

Die Betriebsbesetzung und Selbstverwaltung einer Fahrradwerks in Nordhausen

Im Sommer 2007 wollte der Besitzer der Bike Systems GmbH im thüringischen Nordhausen das Werk schließen. Um zu verhindern, dass der Betrieb demontiert und verkauft wird, hielten die 135 Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Fahrradfabrik besetzt. Die Besetzer_innen beschlossen - unterstützt von der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union) und anderen Aktivist_innen - die Produktion von Fahrrädern in Selbstverwaltung wieder aufzunehmen. Dafür mussten bis zum 2. Oktober verbindlich 1.800 Bestellungen für Fahrräder eingehen. weiterlesen »

Gesundheitsgenossenschaft Junín

Eine selbstverwaltete Klinik in Argentinien

Die Gesundheitsgenossenschaft Junín (Cooperativa de Trabajo de la Salud Junín Ltda.) wurde im Jahre 2002 von den Angestellten der Privatklinik Junín SRL gegründet, als deren Schließung drohte. Das Missmanagement des Arbeitgebers und der gezielte Entzug von Kapital hatten die Klinik in eine tiefe Krise gestürzt; sie hatte unzählige Schulden aufgehäuft und sah sich Konflikten und Gerichtsverfahren mit Lieferanten wegen nicht erfolgter Zahlungen und ähnlichem ausgesetzt. weiterlesen »

Beugemaßnahmen - Selbstverwaltete Fabrik »Jugoremedija« in Serbien soll in den Bankrott getrieben werden

Am 1. August 2012 verhaftete die Polizei von Zrenjanin den Generaldirektor des
selbstverwalteten Pharmazeutik-Unternehmens Jugoremedija, Zdravko Deuric, dessen
Finanzdirektorin, Anika Malusic, sowie Milana Zlokas und Stevan Gregovic, VertreterInnen
des assoziierten Unternehmens Penpharm1, wegen »Verdachts auf kriminellen
Machtmissbrauch«. Bei den Verhafteten handelt es sich just um diejenigen, die die weiterlesen »

Gleiches Ziel, große Unterschiede - über die Fabrikbesetzungen bei Innse und Officine

Dieter Wegner vergleicht Arbeitskämpfe und Betriebsbesetzungen bei der Mailänder Maschinenfabrik "Innse" und bei "Officine", einer Zweigstelle der Schweizer Bundesbahn. weiterlesen »

Zwischen Überlebensstrategie und Ideologie - Fabrikbesetzungen in Argentinien

Einige Tage vor Weihnachten des Jahres 2001, genauer gesagt am 19. und 20. Dezember, schaute die Weltöffentlichkeit nach Süden, nach Argentinien. Der so genannte »Argentinazo« weckte die Hoffnung vieler, die lange auf eine Reaktion der Unterdrückten gewartet hatten. Es gab unzählige Informationen über neue Formen sozialer Bewegungen, die sich über Jahre entwickelt hatten: Volksversammlungen, Tauschringe und vor allem ein Novum: die besetzten Fabriken. weiterlesen »

Vom Kindergarten in die Hochschule

Erfahrungsaustausch zwischen argentinischen und griechischen Arbeitern über Betriebsbesetzungen

Raúl Godoy, Arbeiter aus der besetzten Fabrik Zanon in Argentinien, sprach am Mittwoch (22.5.2013) vor interessierten Zuhörern in Athen. Aus der Stadt Neuquén war er gekommen, um die Erfahrungen von »FaSinPat« (der »Fábrica sin Patrones« oder »Fabrik ohne Chefs«) weiterzugeben. Die 450 Arbeiter hatten ihre Fabrik im Jahr 2001 besetzt und produzieren seitdem Keramik in eigener Regie. Bei Zanon gibt es monatlich eine ganztägige Versammlung, auf der alle wichtigen Entscheidungen demokratisch getroffen werden. weiterlesen »

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