Betriebsbesetzungen

Dieter Braeg (Hg.): Erwitte - Wir halten den Betrieb besetzt.

Geschichte und Aktualität der ersten Betriebsbesetzung in der Bundesrepublik. Der Arbeitskampf der Zementwerker von Seibel & Söhne und ihrer Frauen 1975.

1975, fast am Ende des sogenannten „Roten Jahrzehnts“, wurde in einer Kleinstadt, dem westfälischen Erwitte, Gewerkschaftsgeschichte geschrieben. Ein Teil der 150 Beschäftigten des dortigen Zementwerkes Seibel & Söhne – viele hatten in harter verschleißender Arbeit und bei überlangen Arbeitszeiten das Werk nach dem Krieg wiederaufgebaut – fanden sich plötzlich auf einer Entlassungsliste. Der Unternehmer reagierte damit auf die Folgen des Preiskriegs in der Zementindustrie. weiterlesen »

Sturm von allen Seiten

Eine Oktoberwoche in Istanbul: Wir treffen uns mit drei Repräsentanten eines Arbeitskampfes, der im Frühjahr dieses Jahres auch rege Aufmerksamkeit aus Österreich und Deutschland auf sich gezogen hatte. Hunderte ArbeiterInnen besetzten damals zwei Monate lang ihren Betrieb und wurden dann mit brutaler Polizeigewalt aus dem Werk wieder hinausgeprügelt. Doch was passierte nach dieser Räumung? Wie ging ihre Geschichte weiter, oder war das gar das Ende ihrer Geschichte? Aus den Medien – auch den linken Medien – erfahren wir nicht viel darüber. Grund genug, mit den Dreien über acht Monate ihrer Geschichte zu reden....

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Juan Pablo Hudson "Wir übernehmen"

Jugoremedija, eine Arzneimittelfabrik in Zrenjanin/Serbien: besetzt 2003, in Selbstverwaltung betrieben bis 2013. Bike Systems GmbH bzw. Strike Bike in Nordhausen/Thüringen: besetzt 2007, selbstverwaltet bis 2010. Die Baustofffabrik Vio.me in Thessaloniki: besetzt 2012, selbstverwaltet seit 2013. Fralib, das südöstlich von Marseille gelegene Teebeutelwerk: besetzt seit 2010, die Selbstverwaltung ist im Anlaufen. Trotz fast sechsjähriger Krise ist die Liste besetzter und in Selbstverwaltung überführter Firmen in Europa überschaubar und die Vernetzung untereinander prekär. weiterlesen »

Selbstorganisation in Griechenland in Zeiten der Krise

Es fällt schwer, sich die Lebenssituation der Menschen in Griechenland wirklich vorzustellen: Das Gesundheits- und Verkehrssystem ist zusammengebrochen, die Jugendarbeitslosigkeit nähert sich der 60%-Marke, Gehälter, Renten und Arbeitslosengeld wurden drastisch gekürzt.
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Arbeitskämpfe um Selbstverwaltung in Griechenland

Der erste Mai – Kampftag der Arbeiterbewegung – oder heute in Deutschland oft nur noch Tag der Arbeit genannt. Zu diesem Anlass reisten Delegierte aus griechischen Projekten nach Deutschland, um über ihre Kämpfe und die Situation in Griechenland zu berichten. Dabei sind unter anderem ehemalige MitarbeiterInnen des staatlichen Rundfunk- und Fernsehsenders Elliniki Radiofonia Tileorasi (ERT), die neu gegründete Genossenschaft H Efimerida ton Syntakton (Zeitung der Redakteure) und Arbeiter der besetzten Baustofffirma »Viomichaniki Metallevtiki« (vio.me). weiterlesen »

Vivex feiert dreijähriges Jubiläum seiner Verstaatlichung

Die vor drei Jahren verstaatlichte und unter Arbeiterkontrolle geführte Fabrik Vivex in Barcelona - nicht in Katalonien, sondern im Osten Venezuelas - ist mittlerweile unabhängig von staatlichen Zuwendungen. weiterlesen »

Argentiniens besetzte Betriebe

In den 1990er Jahren und danach in verstärktem Maß als Konsequenz der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2001/2002 entstanden in Argentinien eine Vielzahl von sozialen Bewegungen: neue Gewerkschaften, Arbeitslosenorganisationen, Nachbarschaftsversammlungen, Müllsammler und besetzte, selbstverwaltete Betriebe (Uriona 2006: 89). weiterlesen »

Ismail Küpeli: Nelkenrevolution reloaded? - Krise und soziale Kämpfe in Portugal

Am 25. April 2014 jährt sich zum 40. mal die portugiesische "Nelkenrevolution" von 1974. In ganz Europa begrüßt, beendete sie eine der ältesten Militärdiktaturen des Kontinents und brachte neuen Schwung auch für die Widerstandsbewegung Bewegung in Franco-Spanien. Als dieser im Jahr darauf starb und mit der "transicion" auch in Spanien demokratische Verhältnisse einkehrten, schien die iberische Halbinsel ihren weg nach Europa gefunden zu haben. weiterlesen »

Elefanten für die Arbeiter

Der Lebensmittelgigant will Tee für die Marke Eléphant künftig in Polen produzieren. Doch die Arbeiter beanspruchen die Marke für sich und wollen die Fabrik in Marseille aufrechterhalten.

Auf der Packung steht auf Französisch »Der Mate von Fralib«, darunter ist ein Trinkgefäß und ein Strohhalm aus Metall abgebildet. Mit diesen Utensilien trinken über 80 Prozent der argentinischen Bevölkerung regelmäßig Mate-Tee. weiterlesen »

"Sie wollen einfach nicht gehen"

Kein frohes neues Jahr: Der Ausblick auf 2012 stellte sich für die Arbeiterinnen und Arbeiter der empresas recuperadas, der selbstverwalteten Betriebe, in Buenos Aires zum Jahresende ausgesprochen trübe dar. Ende Dezember legte Mauricio Macri, der konservative Bürgermeister der argentinischen Hauptstadt, sein Veto gegen das »Gesetz Nr. 4008« ein. Dieses sollte die Geltungsdauer eines anderen Gesetzes, das bis dahin die selbstverwalteten Betriebe vor den Ansprüchen ihrer ehemaligen Besitzer schützte, bis 2017 verlängern. weiterlesen »

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